Sommersonnenwende

Ja, ich weiß, jeder fühlt sich berufen über dei Sommersonnenwende zu schreiben. Auch ich. Es ist ein schönes Fest, Mittsommer, an diesem längsten Tag wechselt der Stand der  Sonne, die Tage werden unmerklich kürzer. Sicherlich ein Grund, um mal eine kleine Innenschau zu betreiben. Wie war die erste Hälfte des Jahres für mich? Was war wichtig? Was habe ich auf den Weg gebracht und was möchte ich jetzt weiter verfolgen? Nur zu groß sollte so eine kleine Innenschau nicht werden. Sonst gleitet es zu schnell ins Drama ab. Wir fragen uns ja neuerdings pausenlos, was ist  gut für mich  oder was tut mir gut. Wer in den sozialen medien unterwegs ist - und das sind die meisten von uns - kann sich tag ein  tag aus Ratschläge zum Thema holen. Sei es Ernährung, Bewegung, Bewusstsein und und und. Und wenn wir uns dann fragen, ob dieses oder jenes gut für uns ist, ist da grundsätzlich erstmal gut. Aber manchmal denken ich, viele Menschen kreisen bei dieser Frage nur noch um sich selbst. Sozusagen als Mittelpunkt des Universums. Wird dabei nicht der Kontakt zum jetzigen Leben verloren? Wenn wir immer uns immer wieder damit beschäftigen, was uns gut tut? Verlieren wir dabei nicht auch die Gesamtheit aus den Augen? Als Menschen leben wir in einer riesigen Gemeinschaft, sicherlich sind wir auch Individuen, aber sobald wir den Raum des Nächsten überschreiten, weil  es für uns gerade wichtig ist, mehr Raum zu haben, ist es nicht mehr Selbstfürsorge sondern Unachtsamkeit und Egoismus.

Deshalb ist eine kleine Innenschau gut, verbunden mit den Fragen: was tut mir gut und wie kann ich gut leben, ohne dem anderen Menschen Raum zu nehmen? Die Sommersonnenwende ist ein guter Zeitpunkt, sich bewusst zu machen, wo wir gerade stehen im Leben. Und wo die Menschen, mit denen wir tagtäglich umgehen, wohl gerade stehen. Geht es uns als  kleiner Gemeinschaft aus Familie und Freunden gut? Und was können wir Schönes machen, damit es uns gemeinsam gut geht? Denn wenn es uns gut geht und wir größtenteils entspannt und unaufgeregt durchs Leben gehen können, wird sie dies auf weitere Menschen in unserem Umfeld auswirken. So lässt sich Leben gestalten, auch im Sommer, auch bei 36° (entgegen der auf Drama abzielenden Nachrichten in den Medien).